DAS
SAUERLANDTHEATER
In
Hillmicke hat das Theaterspielen Tradition. So wurde schon Anfang der
30er Jahre regelmäßig Theater aufgeführt. Damals war
die Theatergruppe zusammen mit
dem auch noch jungen Sportverein Hillmicke unter einem Vereinsdach. Im
Jahre 1949 stellten die damaligen Laienakteure Willi Eichert, Aloys
Brüser, Xaver Klein, Johannes Schneider, Johannes Stracke und
Vinzenz Neite die Theatergruppe auf eigene Füße und
gründeten somit den damaligen Theaterverein Hillmicke.
Jährlich wurde in der alten Kapelle, die auch als Jugendheim
diente, ein Theaterstück aufgeführt. Aus Erzählungen ist
bekannt, unter welch schwierigen und einfachen Verhältnissen
letztendlich die Proben und Aufführungen stattfanden. So brachten
die Spieler abends zur Probe jeweils ein oder zwei Scheite Holz mit,
die in einem alten Ofen verheizt wurden, um dann bei einigermaßen
erträglichen Temperaturen ihrem Hobby nachgehen zu können.
Einfach und primitiv waren auch die Mittel, welche die optische und
akustische Darstellung eines Theaterstückes begleiteten, dasselbe
aber dennoch für das Publikum aufgrund der Kreativität und
Einfühlungsvermögens der Verantwortlichen zu einem Erlebnis
werden ließen. Aufgeführt wurden damals mehrheitlich Dramen
und Tragödien aus der Geschichte, aber Komödien und deftige
Bauernstücke setzten sich zunehmend durch. An die Komödie
„Die Landstreicher“ erinnern sich heute noch viele.
Ende der 50er Jahre
wechselten Proben und Aufführung aus der alten Kapelle in den
„Valpertz Saal“, wie dieser damals in Hillmicke genannt
wurde. Die damalige Wirtin Toni Valpertz , heute verstorben, gab dem
Verein somit ein neues Zuhause. Bis im Jahre 1975 dieser Raum , aber
auch das gesamte Hab und Gut sowie alle Vereinsprotokolle des
Theatervereins ein Raub der Flammen wurde. Der Verein stand vor dem
Nichts. Der wenige Monate vor dem alles vernichtenden Brand
gewählte Vorstand blieb nicht untätig. Im übrigen
gab sich in dieser Versammlung der Verein auch den Namen
Sauerlandtheater. Im Jahre 1977 trat der Verein nach einer schwierigen
Zeit erstmalig wieder vor sein Publikum im neu erbauten Festsaal der
Gasstätte Valpertz. Die Proben zu diesem Stück fanden in der
damals, sonst nicht mehr genutzten Christophorusschule in Hillmicke
statt. Die Bühne für dieses Stück war relativ klein,
aber für den Aufführungsraum passend.
Der Besucherandrang war
damals groß. Aufgrund dessen realisierte man eine
Aufführung in der Konrad-Adenauer-Schule in Wenden. Zwei
Aufführungen an diesem Wochenende, mit der viel zu kleinen
Bühne für die große Aula, zeigten lebhaftes Interesse.
Zwei Jahre war der Verein mit dieser kleinen Bühne für
das Publikum präsent. Durch den Wechsel der
Eigentumsverhältnisse der ehemaligen Christophorusschule und somit
dem Verlust des Proberaumes, wurde der Verein wieder vor Probleme gestellt. Verbunden mit dem Proberaumwechsel nach
Wendenerhütte in eine ehemalige Schalterfabrik entwarf der
damalige 2. Vorsitzende Alfons Stracke (Doktor) eine größere
transportable Bühne, die auch den zukünftigen
Aufführungen in der Konrad-Adenauer-Schule, zur Zeit vier an zwei
Wochenenden, eher gerecht wurde.
Geprobt und gespielt
wurden, wenn auch manchmal unter primitiven Verhältnissen, eine
Vielzahl von Theaterstücken unterschiedlicher Charaktere, die aber
bei unserem Publikum immer wieder gefallen fanden und uns somit
für weitere Aktivitäten anspornten. Erwähnen möchte
ich hier noch drei Aufführungen: einmal in Kreuztal im Jahr 1979,
in Drolshagen 1980 und in der Stadthalle Olpe im Jahr 1987 mit dem
Drama „Ein starkes Herz“.
Neben dem Verlust (bedingt durch den Tod) einiger für den Verein bedeutenden
Persönlichkeiten ist es dennoch gelungen, die Tradition fortzusetzen.
Ein neuer
Schicksalsschlag traf das Sauerlandtheater im Jahre 1994, als bedingt
durch Eigennutzung des Proberaumes in Wendenerhütte das
Sauerlandtheater im wahrsten Sinne des Wortes vor dem Aus stand. Durch
intensives Suchen und Bemühen um einen zukünftigen und
finanzierbaren Proberaum
wurden wir dann, dank der Familie Gerhard Niklas, fündig. Sie
stellte uns einen ehemaligen Geflügelhof zur Verfügung, den
wir mit erheblichem Aufwand und Umbau für unsere Interessen nutzen
können.
In diesem Jahr wird
das Sauerlandtheater nun 60 Jahre alt. Überlebt hat das
Laientheater den mächtigen Einfluß der Medien wie Film, Funk
und Fernsehen in seiner vielfältigen Art. Ja man kann sagen, es
ist zu einer kulturellen Größe, zumindest in unserer
Gemeinde herangewachsen. Wie berichtet, gab es in der Vergangenheit
viele herbe Schicksalsschläge, die die weitere Existenz unserer
Vereinigung in Frage stellten, aber auch Ereignisse, die den
persönlichen aktiven Bereich berührten und schlimmer nicht
hätten sein können.
Dennoch, alles in allem
bleibt festzuhalten, das Sauerlandtheater spielt jedes Jahr 4 Mal im
Konrad-Adenauer-Schulzentrum. Dafür hat es sich in einem
schönen Proberaum etabliert. Die Geselligkeit, und das ist sehr
wichtig, spielt eine sehr dominante Rolle.
Unsere Hoffnung und Bitte
an die Zukunft ist, daß sich immer junge Leute für
Vorstandsarbeit und für die Tätigkeit hinter den Kulissen finden und
letztendlich Leute, die bereit
sind in die Person eines anderen zu kriechen und sich somit als
Schauspieler zu betätigen.
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